Presskit : Zensor Shop & Label

Goethe Institut: Pop aus Deutschland

Reviewed by Klaus Walter
on Dezember 2011 .
Von Independent zu Indie
Der Berliner Punk-Fan Burkhardt Seiler fuhr 1978 nach London, auf der Suche nach dem neuen Sound. Für 600 Mark kaufte er Singles und lernte Geoff Travis kennen, den Betreiber des Rough-Trade-Labels. Seiler wurde zu einem seiner Exportkunden, gab sich den Namen Zensor und eröffnete 1979 im Hinterzimmer einer Klamotten-Boutique den Laden Zensor-Schallplatten. [zum Artikel]

Johnny Adams The Verdict

Aug 15, 1995 by Hans.Fr, Boettcher /Stereoplay

Geht's um die Sounds aus dem US-Süden, ist der Berliner Burkhardt Seiler mit seinem Zensor-Label eine der ersten Adressen in Deutschland.

Ihm verdankt auch ein Mann aus New Orleans seine Popularität hierzulande: Johnny Adams. Den Song-Hommagen an Percy Mayfield ("Walking On A Tightrope") und Doc Pomus ("The Real Me") ließ der ehemalige Gospel-Sänger und Session-Vokalist 1993 das Big-Band-Debüt "Good Morning Heartache" (siehe stereoplay 5/94) folgen. Begleitet von einer kleinen Combo setzt der Mann mit der geschmeidigen Stimme auf "The Verdict" seinen Weg fort - und findet wieder den Dreh zwischen dem Cole-Porter-Klassiker "Love For Sale", der Doc-Pomus-Gemme "You Always Knew Better" sowie selbstverfaßten Bluesnummern.

Bewertung Klang: sehr gut,Musik:sehr gut

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spiegel 17/82
DER SPIEGEL 17/82
Jul 13, 2004 by DER SPIEGEL

In meinem Film bin ich der Star

So träumt zum Beispiel in Berlin der "Zensor", Burkhard Seiler, der einen Plattenladen mit ausgefallener Rock- und Elektronik-Avantgarde betreibt, von einer eigenen Edition mit Aufnahmen der Maria Callas aus den fünfziger Jahren - als aufregend ausgeflippter Ausgrabung für die Szene.

Wie sehr der Begriff des "guten Geschmacks" bei den Schrillen und Schrägen der neuen Boheme abgedankt hat, vermag das obszöne Bekenntnis einer jungen Berlinerin zu charakterisieren.

"Ich steh' schizomäßig auf Luis Trenker", sagt sie. Ihre Haarfarbe: Pinkissimo....


Endstation Kreuzberg

Mit der "Zensor Musikproduktion" avancierte Burkhardt Seiler zum kundigen Talent-Scout, der der fetten Industrie so manch heissen Act abjagt.

Erst kuerzlich gastierte bei uns sein "American Rhythm & Soul"-Festival, bei dem er live (und auf Platte) Stars wie Solomon Burke und die Neville Brothers vor ausverkauften Häusern präsentierte. Angefangen hat Seiler mit einem winzigen Gemischtwaren-Plattenladen, der 1983 dichtmachte . Eine Berliner Karriere: vom Haendler zum Plattenboss...

Besprechung in Hamburger Abendblatt. April 1987


Der Zensor erfand den Begriff

Maerkische Allgemeine vom 18.07.09

Erstmals verwendet Burkhardt Seiler den Begriff Neue Deutsche Welle 1979 in einer Anzeige für seinen Berliner Plattenversand „Der Zensor“ in der August-Ausgabe des Musikmagazins Sounds.zum Artikel


Macher? Macht? Moneten? Aus grauer Städte Mauern (Teil 3)

Alfred Hilsberg in Sounds 12/1979

Auszug: ..da fallen die Feste, wenn der Zensor sie feiert, doch etwas gemäßigter aus. Zur Eröffnung seines winzigen, im Rock'n'Roller Shop Blue Moon eingezwängten Plattenlädchens in Schöneberg, spielten einige Berliner Bands auf der Straße auf. Bis die Polizei kam... Im Keller unter dem Laden können Bands spielen, ein Fanzine hat er schon mal gemacht, er redet mit den bei ihm einkehrenden Gruppen über deren Musik und Zukunftspläne, verschickt Platten aus England und den Staaten, läßt sich auf zwei wodkahaltige Nächte in Hamburg ein und lacht auch dann noch, wenn er am nächsten Morgen den Zug zurück nach Berlin verpaßt: "Aber ich muß doch den Laden aufmachen!" Der Zensor ist ein Macher, wie er eigentlich in jeder Stadt gebraucht wird (es kann/sollte auch Macherinnen geben). zum Artikel

Untergrund und Unternehmer (Teil 2)

Diedrich Diederichsen in Sounds 10/80

Untergrund & Unternehmer (Teil 2)

Auszug: Burkhard Seiler hatte schon längere Zeit davon gelebt, auf eigene Faust unabhängige Produktionen aus England zu importieren und auf Flohmärkten, bei Konzerten oder privat zu verkaufen. Anfang '79 eröffnete er mit Tina Fiedler den "Zensor"-Laden in der Belziger Straße, der ihm aber mittlerweile allein gehört. Der Laden war von Anfang an auf unabhängige Produktionen spezialisiert...Bis heute ist der Zensor für fast alle ausländischen, unabhängigen Avantgarde-Produktionen (wenn sie nicht gerade von Rough Trade kommen) die einzige Quelle sowohl für Wiederverkäufer als auch für Privatkunden. "Sein Name (Zensor) ist wirklich ganz genial und irre treffend. Das meine ich sowohl positiv als auch negativ", (Alfred über Burkhard). zum Artikel

Mensch Biedermeier

Zum Reprint des ersten Ton-Steine-Scherben-Songbooks (5)

Wolfgang Seidel in Junge Welt vom 15.08.03:

Auszug: Zehn Jahre später wäre ein Cover wie der verlorengegangene erste Entwurf für "Macht kaputt, was euch kaputt macht" eines von vielen gewesen. Burkhard "der Zensor" Seiler, Besitzer eines der ersten Läden, in denen man neben Punk sämtliche radikalen künstlerischen Experimente kaufen konnte..riet seinen Bands: Macht eure Cover mit dem Kopierer selbst.Für eine radikale künstlerische Bewegung wie Punk gehörte es zum guten Ton, kein Vorher zu kennen. Der Zensor selbst aber kannte dieses Vorher genau. Er war Ende der 60er Mitglied im SDS und Gast im Zodiak Free Arts Lab, einem vom Beuys-Schüler Conrad Schnitzler mit einigen Freunden gegründeten Club, in dem der Satz "Jeder ist ein Künstler" Programm war. Vor dem Auseinanderfallen der antiautoritären Bewegung waren hier noch mal alle vereint: die Maler, die Musiker und jene, die später den Weg des bewaffneten Widerstands wählten..zum Artikel

Guten Morgen - Das erste Songbuch

Wolfgang Seidel in Junge Welt vom 15.08.03:

Auszüge: ..Das war die Stunde der Frauen in Fresenhagen. Sie waren es leid, nur die „Freundinnen von...“ zu sein. Das Do-it-yourself des Punk kam für sie genau im richtigen Augenblick. Bald gingen Carambolage, ihr Trio, auf Tour. Der erste Stopp war Berlin, wo Burkhard Seiler sie ins S.O. 36 holte – in die Oranienstraße, wenige hundert Meter von der Stelle, wo die Scherben-Geschichte begann...Aus dieser Zeit stammt die Freundschaft Rio Reisers mit Blixa Bargeld.. Rio hatte sich, als ihm in Fresenhagen die Decke auf den Kopf fiel, eine Zweitwohnung in Berlin gemietet und war in diesen brodelnden Kessel eingetaucht. Er wohnte neben dem Laden des Zensors und versorgte von dort aus Carambolage mit den neuesten Platten. zum Artikel

Alexander Hacke Interview

Jazz_Mutants

[When I was a child] I would skip school and hang out at the Zensor record-store in Schoneberg. I discovered a completely new world there: Very small editions of 7 inch singles, with obviously hand-designed covers, bagged individually. Music so entirely weird and adventurous like you would never find in the "regular" stores I used to frequent before. This experience basically opened my eyes, got me acquainted with the artists which were to influence me up to now and gave me the motivation to try and produce and distribute my own material by myself....zum Artikel

Angelika Maisch

in "Klappe Auf"

Ende der 70er Jahre hatte Maisch in Karlsruhe einen jungen Mann kennen gelernt, der es satt hatte, auf der Straße Schmuck zu verkaufen, auch wenn er der erste war, der dies tat. Deshalb eröffnete er - zunächst in seinem Wohnzimmer in Berlin - ein Schallplattengeschäft."Er verkaufte, was aktuell aus England und Jamaica kam, vor allem Punk und Reggae." Aus dem erfolgreichen Plattenladen wurde eine Plattenfirma:"Wir nannten sie 'Der Zensor', weil wir nur das veröffentlichten, was uns gefiel", erzählt Angelika Maisch. Neben Punk verehrte die Musikerin damals Erik Satie. "Ich wollte ihn völlig neu interpretieren", sagt sie, "vor allem seine Texte in die Aufnahme integrieren, die damals tabu und noch nie auf Platte erschienen waren." Zwar fürchtete Maisch, die Aufnahme würde ein Flop werden, doch sie erregte Aufsehen und löste vielleicht die Erik-Satie-Welle mit aus. Für Angelika Maisch folgten zahlreiche Engagements, doch nahm sie keine weiteren Satie-Stücke auf,"ich wollte mich nicht an die Welle hängen." über den "Zensor" machte sie die wahrscheinlich wichtigste Begegnung ihres Lebens: "Ich lernte Max Goldt kennen, der beim 'Zensor' eine seiner ersten Platten machte", erinnert sich Maisch, die 1989 Goldts erste Karlsruher Lesung im Café Palaver organisierte.zum Artikel


Kalambya Sisters

in "DIAL Africa"

 

Back in 1982/1983 Berlin's Burkhard Seiler released two records with African Music on his Zensor label. We loved to visit him in his small shop on Grossbeerenstraße, where he sold Punk, Industrial, strange noises, Dub and Abba.

As I was already infected by African music I discovered the Kalambya Sisters as release no. 07 on his label.

When I tried to buy this music in Nairobi in 1986 nobody was able to tell me about the group.

It was Doug Paterson who gave me the following information in 2004: "They were two, sometimes three, women singers who worked with the Kalambya Boys Band. I remember one Mary Nduku, another was Florence. In 1989, I did a CD compilation that includes a different song from the Kalambya Sisters (The Nairobi Beat, Rounder Records 5030). They come from the Kamba speaking area of Kenya to the east of Nairobi. The group broke up in the late 80s or early 90s. Katelina was a big hit so had you asked at the time it was popular in Kenya, most people would have known about them. I saw them perform several times. These days, this style "benga" music is not as well known in Kenya and it's more localized among the people speaking the language of the music."

Besprechung in Dial Africa. Dezember2010


boyd rice

..Pagan Muzak was on of the Top 10 sellers at Zensor Records in Berlin, which was considered to be the best altenative record store in Europe ...(Boyd Rice)

RaceCar. Numero 102

ball
Marcia Ball Blue House

Von Winfried Dulisch, in Stereoplay 15.8.95 Bewertung: 4,5 von 5.

Echt gut drauf ist die Sängerin und Boogie-Pianistin Marcia Ball, wenn sie in ihrem "Blue House" die Wände im New-Orleans-Rumba-Rhythmus wackeln läßt. Ihre Band reagiert in slow-bluesigen Momenten wie auch bei rockig verschärfter Gangart auf jeden Fingerzeig der leichtfüßig klimpernden Marcia.


"Man muß sehen, daß man klein bleibt", rät Burkhard Seiler, der in Berlin das Plattengeschäft "Zensor" betreibt. Jetzt hat er einen zweiten kleinen "Zensor"-Laden in Düsseldorf eröffnet... DER SPIEGEL 13/1981